"Kindergeschichten zur eigenen Straße"
Thüringer Allgemeine, Weimar, 15. April 03

 

Das Leben in meiner Straße ist laut, leise, spaßig, kalt, heiß, manchmal auch glatt. So erklärt Pierre aus der 4. Klasse die Liselotte-Herrmann-Straße. Wie 452 weitere Grundschüler aus Weimar und dem Weimarer Land beteiligte sich der Schöndorfer an der Aktion Die Straße, in der ich wohne. Die Kinder wurden dabei aufgerufen, ihre Straße vorzustellen, vielleicht einen Wunschnamen für sie zu finden. Pierre würde es gefallen, wenn er in der Himmelsecke wohnen würde. Aber, verrät er, auch so wohne ich gern in dieser Straße, weil meine Freunde auch in der Nähe wohnen. Ziel der Aktion ist, dass die Kinder versuchen, anderen Menschen einen Eindruck von ihrem Zuhause zu verschaffen. Die Straße ist dabei eher das Vehikel. Denn eigentlich sollen die Kleinen so ermuntert werden, sich mit der Ausdrucksform Text zu befassen, sie in ihrer Kompetenz zu bestärken und den Beschreibungen ihrer Realität ein Forum zu geben, erläutert Projektleiter Wolfgang Schlenker.
Weimar und das Weimarer Land waren nach Berlin, München und Nürnberg die vierte Region, in der die Aktion des Vereins Kinderstraße stattgefunden hat. Die zusammengefassten Texte gingen den einzelnen Schulen bzw. Klassen wieder zu. Damit sie auch miteinander über ihre Straßen reden können.