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Freiburgs Straßen passen zwischen zwei
Buchdeckel Die Ergebnisse des Projekts "Kinderstraße", bei dem Grundschüler ihre Straßen beschreiben, gibt es nun auch in Buchform ________________________________________ VON UNSERER MITARBEITERIN SONJA KREUZ ________________________________________ FREIBURG. Dass in der Straße "Klein Grün" manchmal die Kinder aus den gelben Häusern zum Angriff blasen oder dass es auf der Wintererstraße tolle Hubbel gibt, die sich gut als Fahrradschanzen eignen - solche Dinge sind aus dem neuen Buch "Die Straßen, in denen wir wohnen - Kinder sehen ihre Stadt" zu erfahren. Im März 2003 begann das Projekt "Die Straße, in der ich wohne", das vom Nürnberger Verein "Kinderstraße" getragen wird, in 27 Freiburger Grundschulen - und nun sind 240 der Texte, mit denen insgesamt 1720 Freiburger Kinder bis November vergangenen Jahres im Deutschunterricht ihre Straße und deren Besonderheiten beschrieben, in einem Buch versammelt. Das Projekt initiierte der Autor und Übersetzer Wolfgang Schlenker vom Verein Kinderstraße. Es soll Kinder zum Umgang mit der Ausdrucksform Text ermuntern. "Die Straße, in der ich wohne" läuft und lief bereits seit 1999 in verschiedenen Städten nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern sowie in Süd- und in Mittelamerika. In mehr als 13 000 Texten haben Kinder aus Berlin und München ihre Straßen ebenso beschrieben wie Kinder aus Rio de Janeiro, Glasgow oder Prag. Das Buch mit den Freiburger Texten ist der dritte Band einer Buchreihe zu dem Projekt. Von Anfang März bis Ende September veröffentlichte die Badische Zeitung in ihrer Serie "Kinderstraße" rund drei Dutzend der besonders aussagekräftigen Kinderberichte. So unterschiedlich wie die Straßen sind auch die Herangehens- und Erzählweisen der Kinder: Jonathan aus der Basler Landstraße erzählt beispielsweise fast ausschließlich von seinem Nachbarhaus, in dem sich ein Frisörladen befindet. Dort wohnen sechs Menschen, ein Hund und mehrere Kühe, aber leider kein Kind, mit dem Jonathan spielen kann. Nathalia aus der Wentzinger Straße ("neben dem Gleis 8") hat nachgeschaut, wer denn der Herr Wentzinger war, dem ihre Straße den Namen verdankt, und herausgefunden, dass er im 18. Jahrhundert als Bildhauer und Baumeister seinen Lebensunterhalt verdiente. Fynn aus dem Schlossweg wiederum beschreibt seine Straße mathematisch genau: "Der Schlossweg ist 1000 Meter lang. Fünf Wege führen in den Schlossweg. Der Schlossweg hat für jede Fahrtrichtung eine Straße." Aus den Texten ergibt sich so ein spannendes und ungewöhnliches Bild der Stadt aus Kindersicht. Im Juli veranstaltete der Verein "Kinderstraße" eine Lesung mit 30 "Straßenkindern" in der Straßenbahn. Im selben Monat war in der Stadtbibliothek eine Ausstellung zum Thema mit Texten, Stadtplänen und Fotos von Kindern und ihren Straßen zu sehen. Das Buch "Die Straßen, in denen wir wohnen - Kinder sehen ihre Stadt" ist ab sofort erhältlich im Pressehaus, Basler Straße 88, im BZ-Haus, Bertoldstraße 7, sowie im Freiburger Buchhandel (Preis: 7,95 Euro). Außerdem kann es mit der ISBN-Nummer 3-9809772-1-8 bestellt werden (im Internet auch unter der Adresse www.kinderstrasse.org, unter der auch die Freiburger Texte zu finden sind, die nicht im Buch stehen). |