San Carlos



Die Städtepartnerschaft zwischen Nürnberg und San Carlos besteht seit 1985.

NEU NEU NEU (2004!): Vorabdruck des zweisprachigen Buches "San Carlos - Wenn die Straßen sprechen könnten"

Hier finden Sie einige Texte Nürnberger Kinder in spanischer Sprache.

Etwa 38.000 Menschen leben in San Carlos, der kleinsten Partnerstadt von Nürnberg. Über 70 % davon leben jedoch auf dem Land, verteilt über 82 kleine bis kleinste Gemeinden, oft tief im Urwald versteckt und nur über stundenlange, äußerst beschwerliche Fußmärsche erreichbar. San Carlos ist Zentrum und Hauptstadt der Region Río San Juan und liegt an der Einmündung des riesigen Nicaragua-Sees in den Río San Juan, der von da aus zur karibischen Küste Nicaraguas fließt. Auch der Inselarchipel Solentiname im Nicaragua-See mit seinen etwa 800 Menschen gehört zu San Carlos. Hier lebte in den 70er und 80er Jahren der berühmte Dichter Ernesto Cardenal.

Der Ortskern von San Carlos besteht aus meistens befestigten Straßen mit meist kleineren Stein- oder Holzhäusern. Nach einem Großbrand Mitte der 80er Jahre wurde ein neues Viertel mit dem unromantischen Namen Proyecto Habitacional aufgebaut, das zu einem wichtigen Wohnviertel geworden ist. Entlang der Straße nach Managua haben sich seither aufgrund des Zuzugs oft verarmter Bauern aus dem Norden des Landes immer wieder neue Ortsviertel gebildet, und es ist für die Stadtverwaltung eine riesige Herausforderung, den Bedürfnissen dieser Menschen an Wohnraum, Wasser, Stromversorgung, Schulen usw. nachzukommen.

Die Stadt ist arm, Verdienstmöglichkeiten bestehen in der Verwaltung und sonst vor allem im Handel. Gerade auf dem Land leben viele unter äußerst prekären Bedingungen.

In San Carlos gibt es kaum Straßennamen, was aus den Texten der Kinder von San Carlos deutlich wird. Sie machen allerdings zum Teil wunderbare Vorschläge, um dies zu ändern.
Wir waren erstaunt über die große Zahl von Texten, es waren mehr als 130, die uns zum Thema „Die Straße, in der ich wohne“ erreichten. Noch mehr aber überraschte die Begeisterung, mit der sich die Kinder in San Carlos an diesem Schreibprojekt beteiligten und das Engagement, mit dem sie auf die problematischen Punkte in ihren Straßen, wie Hygiene, Müll, Bau von Gehwegen usw. hinweisen. Im Prinzip enthalten die Texte eine Anleitung für die Stadtregierung in San Carlos, wo im Ort welche Mängel zu beseitigen sind, welche die Schwachpunkte sind, aber auch, inwieweit etwa die Kultur das menschliche Zusammenleben verbessern kann.
Ein besonders hervorzuhebender Aspekt der Texte ist der große Wert, den die Kinder der Solidarität, gerade auch der Städtepartnerschaft zwischen Nürnberg und San Carlos, und dem Leben in der Gemeinschaft beimessen. Viele Botschaften werden direkt an die Menschen in Nürnberg gerichtet, häufig wird den Nürnbergern für ihre Solidarität mit San Carlos gedankt, der direkte Kontakt gesucht.

In Nürnberg wird eine gedruckte Veröffentlichung der Texte aus San Carlos vorbereitet. Sie wird sicher in San Carlos, auch bei der dortigen Stadtverwaltung, eine große Leserschaft finden. Auch in Nürnberg werden diese Texte eine weitere Annäherung zwischen den Kindern und Jugendlichen in beiden Städten ermöglichen. Alle spanischsprachigen Schülerinnen und Schüler sind herzlich eingeladen, in spanischer Sprache über „Die Straße, in der ich wohne“ zu berichten und an das Amt für Internationale Beziehungen zu schicken. Dort werden sie nach San Carlos weitergeleitet.

 


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