RIO DE JANEIRO


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Der Name "Rio de Janeiro" hat eine witzige Geschichte. Einige portugiesische Entdecker unter Führung des André Gonçalves stießen vor langer Zeit, im Jahre 1502, auf die Bucht von Guanabara. Damals hielten sie diese für die Mündung eines Flusses, portugiesisch "Rio". Da sich jene tapferen Männer im Januar in dieser Gegend aufhielten war auch der zweite Teil des Namens schnell erfunden - "de Janeiro". So bedeutet der heutige Name unserer Stadt also nichts anderes als "Fluss des Januars".
Eine weitere Erklärung, die aber letztlich auf das Gleiche hinausläuft, gibt uns Márcia Gomez - wir zitieren wörtlich:
"Liebe Kinderstrasse,
die Geschichte von Rio de Janeiro ist etwas anders, also oft kopiert oder berichtet.
Der Nama Rio de Janeiro stammt in Wirklichkeit vom Namen Ria de Janeiro.
Denn viele Seeleute, die nach "Brasilien" segelten, waren Leute aus Galizien (liegt heute noerdlich von Portugal), die eine Sprache sprechen, die fast wie Portugiesisch ist, aber genauso wie die Sprache der Leute (Cariocas) aus Rio heute klingt.
Ria bedeutet im Galizischen soviel wie langgezogene Bucht und genau das ist die Bucht von Rio de Janeiro!

Abraços de
Rio de Janeiro
Márcia Gomes"

Die Portugiesen hatte man in Rio jedoch für längere Zeit das letzte Mal gesehen. Während diese Ihre Neuentdeckung scheinbar vergessen hatten waren die Franzosen mehr oder weniger ständige Gäste. 1555 gründeten diese "La France Antarctique", das antarktische Frankreich.

Damit hatten Sie die Portugiesen aus ihrem Schlaf geweckt, und wurden kaum zehn Jahre später von diesen vertrieben. Die ursprünglichen Entdecker und Namensgeber gründeten São Sebastião do Rio de Janeiro, die Stadt Rio begann zu wachsen. Im Laufe der Jahre verkürzte sich der ursprünglich sehr lange Name der Einfachheit halber immer weiter, bis er zu dem wurde, was er heute ist: Rio de Janeiro, einfach Rio.

Bald spielte Rio eine wichtige Rolle für die Entwicklung Brasiliens. Es wurde deshalb auch zunächst Hauptstadt, verlor diesen Status aber 1960 an Brasilia, die unter Juscelino Kubitschek geschaffene künstliche Stadt. Noch heute ist Rio jedoch kulturelle Hauptstadt und Tor zu Brasilien.

Brasilien selber hat sich wie einige südamerikanische Länder in den vergangenen Jahren sehr gewandelt, um an den Weltmärkten bestehen zu können. Zusammen mit Argentinien, Uruguay und Paraguay wurde vor Jahren der Mercosur (Port.: "Mercosul") gegründet, dessen Ziel es ist, den Binnenhandel in den Mitgliedsstaaten zu verbessern. Selbstverständlich, dass Rio einer der wichtigsten Ausgangspunkte für internationale Unternehmen wurde, um diesen Markt zu erobern, und Geschäftsleute heute so zum Stadtbild gehören wie in New York oder anderen Weltstädten.

DIE LEUTE
Wenn die Sprachwissenschaftler Recht haben, dann stammt das Wort "Carioca", wie sich die Einheimischen nennen, nicht von "Rio" (CaRIOca) ab, sondern kommt aus dem Sprachschatz der Tupi-Indianer. Deren Begriff "kara'i oca" bedeutet so viel wie "weißes Haus". Das wiederum bezog sich, wer hätte es gedacht, auf die weißen Häuser, in denen die Portugiesen wohnten. Diese aber warfen wieder einiges durcheinander, und bezeichneten nun sich selbst als Cariocas.

In keinem Fall darf man aber einen Carioca heute als Portugiesen bezeichnen. Das käme beinahe einer Beleidigung gleich, denn Cariocas sind die brasilianischsten unter den Brasilianern.

Zu einer der typischen Eigenschaften dieser liebenswerten Leute gehört es, dass sie es, zumindest nach deutschen Verhältnissen, mit der Pünktlichkeit nicht allzu genau nehmen. Wobei man sich natürlich streiten könnte, inwiefern nicht auch das bei uns erheblich nachgelassen hat - aber lassen wir das.

Pünktlich bedeutet für einen echten Brasilianer jedenfalls bis zu einer halben Stunde nach der vereinbarten Zeit. Richten Sie sich darauf ein, denn ändern können Sie daran bestimmt nichts.

Wenn Sie mehr über die Cariocas wissen möchten, oder gar selber einer sein wollen, dann können wir Ihnen hier das Buch "How to be a Carioca" von Priscilla Ann Goslin empfehlen. Auf recht witzige Art und Weise erklärt die Autorin anhand eigener Erfahrungen, wie man sich in Rio am wohlsten fühlt. Sie muss es wissen, schließlich ist sie als gebürtige US-Amerikanerin nicht immer Carioca gewesen. Leider hat sich für das Buch bisher noch kein deutscher Verleger gefunden, weswegen Sie vorerst nur die englische Fassung kaufen können.