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RIO DE JANEIRO |
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Damit hatten Sie die Portugiesen aus ihrem Schlaf geweckt, und wurden kaum zehn Jahre später von diesen vertrieben. Die ursprünglichen Entdecker und Namensgeber gründeten São Sebastião do Rio de Janeiro, die Stadt Rio begann zu wachsen. Im Laufe der Jahre verkürzte sich der ursprünglich sehr lange Name der Einfachheit halber immer weiter, bis er zu dem wurde, was er heute ist: Rio de Janeiro, einfach Rio. Bald spielte Rio eine wichtige Rolle für die Entwicklung Brasiliens. Es wurde deshalb auch zunächst Hauptstadt, verlor diesen Status aber 1960 an Brasilia, die unter Juscelino Kubitschek geschaffene künstliche Stadt. Noch heute ist Rio jedoch kulturelle Hauptstadt und Tor zu Brasilien. Brasilien selber hat sich wie einige südamerikanische Länder in den vergangenen Jahren sehr gewandelt, um an den Weltmärkten bestehen zu können. Zusammen mit Argentinien, Uruguay und Paraguay wurde vor Jahren der Mercosur (Port.: "Mercosul") gegründet, dessen Ziel es ist, den Binnenhandel in den Mitgliedsstaaten zu verbessern. Selbstverständlich, dass Rio einer der wichtigsten Ausgangspunkte für internationale Unternehmen wurde, um diesen Markt zu erobern, und Geschäftsleute heute so zum Stadtbild gehören wie in New York oder anderen Weltstädten.
In keinem Fall darf man aber einen Carioca heute als Portugiesen bezeichnen. Das käme beinahe einer Beleidigung gleich, denn Cariocas sind die brasilianischsten unter den Brasilianern. Zu einer der typischen Eigenschaften dieser liebenswerten Leute gehört es, dass sie es, zumindest nach deutschen Verhältnissen, mit der Pünktlichkeit nicht allzu genau nehmen. Wobei man sich natürlich streiten könnte, inwiefern nicht auch das bei uns erheblich nachgelassen hat - aber lassen wir das. Pünktlich bedeutet für einen echten Brasilianer jedenfalls bis zu einer halben Stunde nach der vereinbarten Zeit. Richten Sie sich darauf ein, denn ändern können Sie daran bestimmt nichts. Wenn Sie mehr über die Cariocas wissen möchten, oder gar selber einer sein wollen, dann können wir Ihnen hier das Buch "How to be a Carioca" von Priscilla Ann Goslin empfehlen. Auf recht witzige Art und Weise erklärt die Autorin anhand eigener Erfahrungen, wie man sich in Rio am wohlsten fühlt. Sie muss es wissen, schließlich ist sie als gebürtige US-Amerikanerin nicht immer Carioca gewesen. Leider hat sich für das Buch bisher noch kein deutscher Verleger gefunden, weswegen Sie vorerst nur die englische Fassung kaufen können. |
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